Allgemeine Fragen zum ISEK
Was ist ein ISEK?
Ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) ist ein strategisches Konzept, das sich auf ein spezifisches Gebiet innerhalb einer Kommune konzentriert. Ziel ist es, dort durch koordinierte und aufeinander abgestimmte Maßnahmen gezielt Verbesserungen zu erreichen. Der integrierte Ansatz bedeutet, dass dabei verschiedene Themen gemeinsam betrachtet werden. Dazu gehören unter anderem soziale, städtebauliche, kulturelle, wirtschaftliche und ökologische Aspekte. So werden Maßnahmen nicht isoliert geplant, sondern sinnvoll miteinander verknüpft.
Wofür braucht es ein ISEK?
Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (kurz: ISEK) dient nicht nur als strategisches Konzept für die Stadtentwicklung, sondern ist in vielen Fällen auch Voraussetzung, um Fördermittel aus der Städtebauförderung zu beantragen. Es zeigt, welche Maßnahmen geplant sind, welche Ziele verfolgt werden und wie diese nachhaltig umgesetzt werden können.
Warum dauert ein ISEK-Prozess von der Entwicklung bis zum Abschluss so lange?
Ein ISEK-Prozess umfasst viele Schritte und Beteiligte: Zunächst werden die Herausforderungen und Ziele der Stadt analysiert, dann Maßnahmen entwickelt, abgestimmt und geplant. Parallel müssen Fördermittel beantragt, politische Beschlüsse getroffen und Genehmigungen eingeholt werden. Auch die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie externe Faktoren – zum Beispiel rechtliche Vorgaben oder unvorhergesehene Ereignisse wie die Corona-Pandemie – beeinflussen den Zeitrahmen. Daher ist ein ISEK-Prozess immer ein langfristiger Prozess, der Zeit braucht, um fundierte und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Wer entscheidet über Innenstadtentwicklung?
Über die Innenstadtentwicklung entscheiden verschiedene Akteure gemeinsam: Die Politik trifft die grundlegenden Beschlüsse, die Verwaltung plant die Maßnahmen und setzt sie um. Das Innenstadtmanagement koordiniert den Prozess, vermittelt zwischen den Beteiligten und informiert die Öffentlichkeit. Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der Handel bringen ihre Perspektiven ein und gestalten mit, während Bürgerinnen und Bürger Ideen, Anregungen und Feedback einbringen und so aktiv an der Entwicklung der Innenstadt beteiligt sind.
Wieso braucht die Stadt Goch ein ISEK?
Goch braucht ein ISEK, um die Innenstadt fit für die Zukunft zu machen. Es zeigt, wie man mit Leerständen, neuen Nutzungen, veränderten Mobilitätsgewohnheiten und dem Klimawandel umgehen kann und wie das Blau-Grüne-Band als Grün- und Freizeitbereich sinnvoll eingebunden werden kann.
Welche Funktionen hat eine Innenstadt heute?
Eine Innenstadt übernimmt heute weit mehr Funktionen als nur das Einkaufen: Sie ist ein Ort für Dienstleistungen, Kultur, Freizeit und Veranstaltungen, zugleich Treffpunkt für Begegnung und soziale Aktivitäten. Die Innenstadt prägt das Stadtbild, stärkt die Identität der Stadt und ist zentral für Wirtschaft und Mobilität. Moderne Innenstädte verbinden also vielfältige Nutzungen, um lebendige und attraktive Räume für alle zu schaffen.
Wie wird das ISEK finanziert?
Die Umsetzung der Maßnahmen im ISEK wird überwiegend über Städtebaufördermittel finanziert, wobei etwa 60 % von Bund und Land kommen, rund 40 % als Eigenanteil von der Stadt Goch getragen werden.
Welche baulichen Maßnahmen sind im ISEK vorgesehen?
- Neunutzung des ehemaligen Verkehrskindergartens (Spiel- und Freizeitfläche)
- Umgestaltung des Marktplatzes
- Umgestaltung des Klosterplatzes
- Umgestaltung des Steintorplatzes
- Gestaltung des Blau-Grünen-Bands entlang der Niers
- Schaffung eines Jugendtreffpunktes
- Begrünung im Straßenraum
Wer plant die Neunutzung des ehemaligen Verkehrskindergartens?
Die Planung der Umgestaltung des ehemaligen Verkehrskindergartens erfolgt durch das Büro Geo3 GmbH Freiraumplanung aus Bedburg‑Hau. Geo3 ist ein Landschafts- und Freiraumplanungsbüro, das seit 2000 öffentliche Räume wie Spiel- und Freizeitanlagen, städtische Plätze und Schulaußenanlagen mit ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Konzepten entwirft. Der Planungsprozess wird aktiv von der Stadtverwaltung, der Politik, dem Innenstadtmanagement sowie durch Beteiligungsformate aktiv begleitet.
Wie lange wird es dauern, bis alle baulichen Maßnahmen umgesetzt sind?
Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen aus dem ISEK ist ein langfristiger Prozess, der über mehrere Jahre geplant ist. Nach dem Ratsbeschluss 2023 wurde das ISEK zur Förderung eingereicht, mit dem Ziel, die geplanten Projekte im Innenstadtbereich bis Ende 2033 umzusetzen. Ein konkreter Zeitplan hängt von der weiteren Planung, der Vergabe von Aufträgen, Genehmigungen und der Bereitstellung von Fördermitteln ab, weshalb die Maßnahmen schrittweise über die kommenden Jahre realisiert werden.
Fragen zu den zentralen Plätzen der Innenstadt
Wer plant die Umgestaltung der drei Gocher Plätze?
Die Planung der Umgestaltung der drei Gocher Plätze erfolgt durch die Landschaft planen + bauen NRW GmbH aus Dortmund. Landschaft planen + bauen ist ein Landschafts‑ und Freiraumplanungsbüro, das Projekte von der konzeptionellen Landschafts‑ und Freiraumplanung über wasser‑ und ingenieurbiologische Aspekte bis hin zur Projektsteuerung und Bauleitung betreut und dabei öffentliche Räume, Parkanlagen und Freiflächen entwickelt. Der Planungsprozess wird aktiv von der Stadtverwaltung, der Politik, dem Innenstadtmanagement sowie durch Beteiligungsformate aktiv begleitet.
Warum werden die zentralen Plätze - Marktplatz, Steintorplatz, Klosterplatz - umgestaltet?
Ziel ist es, die öffentlichen Räume attraktiver, klimaangepasster, barriereärmer und vielseitiger nutzbar zu machen. So soll die Aufenthaltsqualität erhöht, das Stadtbild aufgewertet und die Innenstadt langfristig gestärkt werden.
Welcher zeitliche Ablauf ist für die Umgestaltung geplant?
Umgestaltung Marktplatz: 2028, Umgestaltung Steintor: 2030, Umgestaltung Klosterplatz: 2032
Die Umgestaltung der Plätze erfolgt bewusst nacheinander, so dass eine Erreichbarkeit der Innenstadt immer möglich sein wird.
Werden bestehende Bäume erhalten und neue Bäume gepflanzt?
Die Grundlage für den Umgang mit den Bestandsbäumen bildet ein externes Baumgutachten. Die erhaltenswerten Bäume sollen durch Neuanpflanzungen ergänzt werden.
Wie soll der Marktplatz künftig genutzt werden?
Der Marktplatz soll als multifunktionaler Platz für Wochenmarkt, Veranstaltungen, Gastronomie, Begegnung und Stadtleben fungieren.
Können etablierte Veranstaltungen auf dem Marktplatz wie bisher stattfinden?
Bestehende Veranstaltungen werden in der Entwurfsplanung berücksichtigt und sollen weiterhin umgesetzt werden.
Wie soll der Bereich am Steintor aufgewertet werden?
Der Bereich am Steintor wird zum „Steintorplatz“ qualifiziert. Bei der Umsetzung spielen folgende Faktoren eine wichtige Rolle:
- Bessere Sichtbarkeit des Denkmals
- Schaffung von Aufenthaltsqualität
- Verkehrsberuhigung
- Außengastronomie
- Verbindung zur Niers
Welche Ideen gibt es für die Entwicklung des Klosterplatzes?
Ein Klostergarten soll entwickelt werden, der die Themen Wasser (Niers) und Grün zusammenführt und gleichzeitig die Möglichkeit des Parkens wahrt. Folgende Aspekte spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung:
- Entsiegelung der Fläche
- Durchgrünung
- Schaffung von Aufenthaltsqualität
- attraktive Verbindung zwischen Stadtpark und Innenstadt
Werden auch nach der Umgestaltung der drei Plätze noch ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen?
Ja. Im Rahmen des Planungsprozesses wurde eine Verkehrsuntersuchung bereits durchgeführt, in der geprüft wurde, wie viele Parkplätze tatsächlich benötigt werden und wie eventuelle Reduzierungen ausgeglichen werden können. So wird sichergestellt, dass ausreichend Parkraum erhalten bleibt und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität auf den Plätzen steigt.
Fragen zur Beteiligung & Entscheidung
Wie kann sich die Öffentlichkeit an der Umgestaltung der Plätze beteiligen und was passiert mit den Rückmeldungen?
Es finden zwei öffentliche Informationsveranstaltungen am 01. und 08.09.2026 um 18:30 Uhr im Kastell statt. Die Veranstaltungen werden auch online übertragen. Im Nachgang können die Bürgerinnen und Bürger an einer Online-Beteiligung teilnehmen.
Die Rückmeldungen werden geprüft, ggfls. berücksichtigt und dokumentiert.
Wie werden Anliegerinnen, Anlieger, Handel und Gastronomie während der Planungs- und Bauphase informiert?
Grundlage bildet ein Kommunikationskonzept, das vom Innenstadtmanagement umgesetzt wird. Bestandteile sind neben öffentlichen Veranstaltungen auch Runde Tische mit Gastronominnen und Gastronomen und Gewerbetreibenden sowie gezielte Anliegerinformationsschreiben.
Wie läuft der weitere Planungs- und Entscheidungsprozess ab?
Planungsbüros und Fachverwaltung arbeiten die Eingaben aus der Beteiligung in die Pläne ein. Über die Pläne entscheidet der Rat final in der Ratssitzung am 15. Dezember 2026.