Ringschluss verzögert sich weiter
Um die geplante Verbindung zwischen Ost- und Nordring städtebaulich attraktiv umzusetzen, arbeitet die Stadt Goch intensiv an Lösungen für die Finanzierung. Denn für die von der Stadt Goch favorisierte Variante fehlt das Geld. Die Deutsche Bahn spricht sich für eine deutlich günstigere, aber aus Sicht der Stadt Goch, auch erheblich unattraktivere Variante aus. Sie ist per Gesetz verpflichtet, die für den Ringschluss notwendige Querung der Bahnstrecke zu finanzieren. Jetzt prüft die Stadt Goch Fördermöglichkeiten, so Fachbereichsleiter Gero Guntlisbergen im Ausschuss für Umwelt und Verkehr. Das braucht seine Zeit. So wird sich der Ringschluss, Stand jetzt, erst in frühestens sieben Jahren realisieren lassen.
Konkret geht es um zwei Bereiche: Eine Unterführung, die den Ostring mit dem Nordring unter den Bahngleisen in Höhe der Stadtwerke miteinander verbinden soll, das ist der eigentliche Ringschluss. Durch ihn würde der jetzige Bahnübergang Kalkarer Straße entbehrlich. Jedoch nur für den Fahrzeugverkehr. Radfahrer und Fußgänger sollen hier weiterhin die Gleise überqueren können. Die Deutsche Bahn möchte an dieser Stelle eine auf beiden Seiten der Gleise 115 Meter lange Rampenbrücke errichten. Das ist günstiger als die von der Stadt Goch bevorzugte Unterführung, die sich deutlich besser in das Stadtbild einfügen würde.
Zurück zum eigentlichen Ringschluss: Die Bahn würde nur die Kosten für eine Unterführung übernehmen, die vom Fahrzeugverkehr genutzt wird. Sogenannte Nebenanlagen für Fußgänger und Radfahrer müssten von der Stadt Goch finanziert werden. Einig sind sich Bahn und Stadt allerdings beim Emmericher Weg. Er würde durch die Verbindung von Nord- und Südring durchtrennt. Als Ausgleich für Radfahrer und Fußgänger soll dort eine Brücke gebaut werden.
Die Stadt Goch kalkuliert mit insgesamt 13 Million Euro Mehrkosten für die städtebaulich attraktiveren Varianten. Für den Bereich „Ringschluss“ wurde bereits ein Antrag auf Aufnahme in ein Förderprogramm der Bezirksregierung gestellt. Ob es Fördermöglichkeiten für die Mehrkosten an der Kalkarer Straße gibt, wird derzeit geprüft. Danach entscheidet sich, ob und wie die Baumaßnahmen umgesetzt werden. (kd)