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Verkehrsentwicklung steht im Fokus

Entscheidung: Radfahren oder Autofahren? (Foto: istock.com/mantinov)

RATHAUS Die Vorstellung von gleich zwei Konzepten stand am Abend auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Verkehr im Kastell. Zunächst stellte DTV Verkehrsconsult aus Aachen das Verkehrsmodell für die Gocher Innenstadt vor. Es betrachtet die Entwicklung des sogenannten motorisierten Individualverkehrs bis zum Jahr 2030. Grundlage waren mehrere Verkehrszählungen an Knotenpunkten auf Gocher Stadtgebiet, zuletzt im Jahr 2020 vor Corona. Die Analyse ergab, dass der Südring im Bereich der Rampenbrücke mit 17.600 Fahrzeugen pro Tag die meist befahrene Straße in Goch ist. Sie nimmt sogar mehr Fahrzeuge auf, als die Autobahn 57 zwischen Goch und Kleve. Dort wurden 17.000 Fahrzeuge gezählt.

Mehrere Zukunftsszenarien wurden von DTV untersucht: Verkehre, die der geplante Möbelmarkt am Bössershof verursacht, der Ringschluss sowie die prognostizierte allgemeine Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2030. Insgesamt wird bis zum Jahr 2030 mit einer Steigerung von 9,3 % beim Leicht- (Personen)Verkehr gerechnet, der Schwerverkehr soll um 21,8 Prozent wachsen. Diese zusätzlichen Verkehre müssen die Straßen in Goch in unterschiedlicher Stärke aufnehmen. Entscheidend dabei ist unter anderem der Ringschluss. Er wird den Ostring zwischen Kalkarer Straße und Pfalzdorfer Straße erwartungsgemäß deutlich belasten, erhebliche Entlastungen sind dagegen für die Kalkarer Straße und die Klever Straße zu erwarten. Mit Eröffnung des Möbelmarktes ist mit etwa 2.000 Kfz-Fahrten pro Tag zu rechnen. Die Fahrzeuge kommen aus allen Richtungen zum Gewerbepark, auch aus den Niederlanden.

Eine Ampel für Radfahrer (Foto: istock.com / Michele Ursi)

Die Ergebnisse des Verkehrsmodells werden nun politisch beraten. Zu berücksichtigen wird dabei auch das ebenfalls am Abend vorgestellte Radverkehrskonzept sein. Dessen Ziel ist unter anderem, den Alltagsradverkehr zu stärken. Das Fahrrad soll also deutlich mehr als bislang nicht nur für Freizeit oder touristische Zwecke genutzt werden.

Das Planungsbüro VIA aus Köln hat das Konzept erarbeitet und im Ausschuss vorgestellt. Vorangegangen waren mehrere Beteiligungen der Öffentlichkeit. Zum Beispiel mit einem Online-Wegedetektiv konnten Bürgerinnen und Bürger Anmerkungen zum Radverkehr in Goch machen.

Unter anderem mit Querungshilfen, Breiten und Ausbauzustand von Radwegen und möglichen Radvorrangrouten beschäftigt sich das Konzept. Es beinhaltet konkrete Maßnahmen, die jetzt in die politische Beratung einfließen. Dabei sind verschiedene Radwegenetze denkbar: Ein sogenanntes gelbes Netz an Hauptverkehrsstraßen soll schnelle Verbindungen ermöglichen. Ein Grünes Netz abseits der Hauptverkehrsstraßen hat eine attraktivere Routenführung, dafür jedoch nicht die schnellste oder kürzeste Verbindung zwischen A und B. Beide zusammen bilden letztlich ein Radverkehrsnetz für unterschiedliche Zielgruppen.

Die mögliche Errichtung von Fahrradstraßen sind ebenfalls Bestandteil des Konzeptes. Sie werden für zum Beispiel die Eycksche Straße in Pfalzdorf und die Hommersumer Straße vorgeschlagen. Letztere könnte sogar als zentrale Fahrradstraße gewidmet werden, die die Ortsteile Asperden, Kessel, und Hassum an die Innenstadt anbindet.

Das Gesamtkonzept ist jetzt in der politischen Beratung. Ein Beschluss zum Konzept als Ganzes sowie zu einzelnen Maßnahmen daraus müssen noch folgen.

(Meldung vom 23.8.22 / tm)