. .



Info-Bereich


Inhalt

Stadtrat beschließt Wegenetzkonzept

Wirtschaftsweg in Hülm (Foto: Christian Drop)

GOCH Die Erstellung des ländlichen Wegenetzkonzeptes in Goch ist abgeschlossen. Am Abend hat es die mit der Erstellung beauftragte Firma Ge-Komm im Rat der Stadt Goch präsentiert. Der Rat hat es im Anschluss einstimmig beschlossen. Die in dem Konzept beschriebenen Ausbaustandards sollen zukünftig Grundlage für Wegebaumaßnahmen im Außenbereich der Stadt Goch und deren zeitliche Priorisierung sein. Der Vermögensbetrieb der Stadt Goch wurde zudem beauftragt, auf der Grundlage des Konzeptes Vorschläge zur Nach- oder Umnutzung der aus der öffentlichen Unterhaltungspflicht herausfallenden Wege zu entwickeln sowie mit betroffenen Anliegern bzw. Eigentümern Szenarien zur weiteren Nutzung bzw. Übernahme auszuloten und diese dann der Politik zur Entscheidung vorzulegen.

Die ländlichen Wege in Goch haben eine Länge von insgesamt rund 467 Kilometern, knapp 300 Kilometer befinden sich im Eigentum der Stadt Goch. Nach Einschätzung der Ge-Komm sind kurz- bis langfristig an 96 Prozent aller Wirtschaftswege Maßnahmen erforderlich, entweder Erhaltungsmaßnahmen, Sanierungen, Um- oder Rückbauten. Details dazu sind im Ratsinformationssystem der Stadt Goch veröffentlicht. Alle Maßnahmen des Wegenetzkonzeptes können zudem auf der Internetseite www.wirtschaftswegekonzept.de nachgelesen werden. Informationen zu Registrierung auf diesem Portal stehen ebenfalls in unserem Ratsinformationssystem zur Verfügung.

Hintergrund: Ländliches Wegenetzkonzept

Ländliche Wege sollen vielfältige Funktionen erfüllen. Sie binden Gemeinden, Dörfer, Weiler und Einzelgehöfte an das Verkehrsnetz an, erschließen land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, dienen der Freizeit und Erholung und ihre Wegeraine dienen als Biotopverbundelemente.

Die heutigen ländlichen Wegenetze wurden im Wesentlichen in den 1950er bis 1970er Jahren für die seinerzeit vorherrschenden Besitz- und Bewirtschaftungsverhältnisse in der Landwirtschaft geplant und gebaut. Seither haben sich Betriebsgrößen, Produktionsweisen und außerlandwirtschaftliche Nutzungen erheblich verändert. Für die aktuellen Anforderungen ist das Wegenetz vielfach funktional und qualitativ nicht mehr ausgelegt. Gleichzeitig verschlechtert sich der Zustand ländlicher Wege in vielen ländlichen Regionen infolge reduzierter Unterhaltung zunehmend. Unter Berücksichtigung der finanziellen Situation vieler Städte und Gemeinden im ländlichen Raum sind neue Lösungen gefragt, um das Wegenetz funktional zu erhalten.

Das Ziel von Wegenetzkonzepten ist es, die vorhandenen ländlichen Wege unter Berücksichtigung ihrer Funktion für die Landwirtschaft, Bevölkerung, Natur und Landschaft zu kategorisieren und Prioritäten für die künftige Unterhaltung zu vereinbaren. Mit externer Unterstützung durch ein Planungsbüro werden in Zusammenarbeit mit den relevanten, örtlichen Akteuren Überlegungen für ein zukunftsträchtiges Wegenetz angestellt, um den unterschiedlichen Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer gerecht zu werden. So können z. B. die Unterhaltung konzentriert oder reduziert und überflüssige Wege identifiziert.

(Meldung vom 27.10.21 / tm)