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Roter Berg und Blindenschrift: Moderne Kunst am Gocher Rathaus

Bürgermeister Karl-Heinz Otto und Dr. Stephan Mann am Roten Berg (Foto: Heinz Meyen)

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung heute im Haus zu den Fünf Ringen wurden zwei Kunstprojekte des Berliner Bildhauers Roland Fuhrmann am Rathausneubau vorgestellt. Er entwickelte für die Stadt Goch die Stahlplastik Roter Berg, sowie die Bodenlichtarbeit Blindenschrift. Finanziert wurden sie aus dem Erbe Matthias Prangs.

Der Rote Berg besteht aus 72 rot eingefärbten Stahlblechen und misst im Grundriss 3 x 3 Meter. Durch ihre sich nach oben verjüngende Form erinnert die Skulptur an einen Berg. Roland Fuhrmann bezieht sich bei dieser Arbeit auf den möglichen Ursprung des Namens Goch. Er bedeutet in gälischer Sprache ´rot´, kann aber auch als ´coich´ = keltisch für Hügel gedeutet werden. Daraus wird geschlossen, dass die erste Besiedlung hier auf einem ´Roten Hügel´ erfolgte, so Furhmann in einem Text über sein Projekt. Zu sehen ist der „Rote Berg" zwischen den historischen Mauern des Haus zu den Fünf Ringen und dem neuen Rathaus.

Am historischen Torbogen zwischen Steinstraße und Rathaus - Innenhof ist das zweite Kunstprojekt von Roland Fuhrmann installiert. 11 scheinbar asymmetrisch angeordnete Bodenscheinwerfer beleuchten den Durchgang von unten. Fuhrmann hat hier den Stadtnamen GOCH mit der von Louis Braille entwickelten Blindenschrift dargestellt: G O - C - H. Wie auch beim „Roten Berg" arbeitet Fuhrmann hier mit einer Irritation: die Blindenschrift ist aufgrund ihrer Größe und Anordnung im Boden nicht, oder kaum ertastbar, sondern nur sichtbar. Mit diesem Paradoxon wird der Besucher eingeführt. Sensible Wahrnehmung ist gefordert, um verborgene Inhalte zu erkennen und die subtilen und ironischen Bezüge der hier vorgestellten Arbeiten zu den Besonderheiten des Ortes Goch zu entdecken, schreibt Fuhrmann in seiner ersten Projektskizze.