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Rätsel um Goldmünzen aus dem Haus zu den Fünf Ringen

Fund aus dem Haus zu den Fünf Ringen (Foto: M. Zanjani/LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)

BONN / GOCH Die beiden im vergangenen Jahr im Haus zu den Fünf Ringen aufgefundenen Goldmünzen sind deutlich älter als erwartet. Das haben die Untersuchungen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland ergeben. Die Münzen waren als Bauopfer in einem Metallgrapen unterhalb des Fundamentes in der westlichen Hinterhausecke platziert worden.

Nachweislich ist das Haus zu den Fünf Ringen um das Jahr 1500 entstanden. „Die Bestimmung und Datierung der kostbaren Münzen ergab, dass es sich um prägefrische ungarische Goldgulden von Sigismund von Luxemburg als König handelt. Eine der Münzen (Durchmesser 1,7 cm) ist über das Buchstabenkürzel FB neben der Königdarstellung dem Kammergrafen Franciscus Bernardi und dem Prägeort Budapest zuweisbar, wo sie zwischen 1386 und 1396 entstand. Die zweite Münze (Durchmesser 1,75 cm) mit den beiden Lilien neben der Königdarstellung geht sehr wahrscheinlich auf die beiden Münzmeister Jacobus und Christianus zurück. Sie wurde in Kaschau (heute Slowakei) in der Zeit zwischen 1387 und 1401 geprägt", so das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege.

Damit sind die beiden Goldgulden über 100 Jahre älter als das Haus zu den Fünf Ringen. „Die Diskrepanz zwischen Baujahr und Münzalter lässt sich bislang nicht erklären. Ebenso wenig, ob in einer Nische im Fundament der südlichen Vorderhausecke auch einst ein möglicherweise vergängliches Bauopfer deponiert worden war."

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege würdigt die Münzen als Fund des Monats Juli 2022.

(Meldung vom 11.7.22 / tm)