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Neue Gästeführung hat Premiere

Annette Wozny-Koepp im Narrenkostüm (Foto: privat)

GOCH Gästeführerin Annette Wozny-Koepp hat die Corona-Pause zur Ausarbeitung einer neuen Themenführung genutzt. Sie hat am Samstag, dem 14. Mai 2022 um 15 Uhr Premiere. „Aus mit dem Graus" ist ein Novum für den Niederrhein, sagt Wozny-Koepp. Die 90minütige Führung spiegelt die Zeit vom finsteren Mittelalter bis zur illustren Neuzeit wider. Sie ist hochspannend, doch nichts für zarte Seelen. Denn neben recht amüsanten Geschichten hatte das Mittelalter sehr grausame Facetten... Tickets gibt es für 5,00 Euro pro Person bei der KulTOURbühne Goch im Rathaus (Telefon: 0 28 23 / 320-202, Email: kultourbuehne@goch.de). Startort ist das Haus zu den Fünf Ringen an der Steinstraße. Die Führung findet auch am Sonntag, dem 22. Mai 2022 um 11 Uhr statt. Auch für diesen Termin kann man sich bereits anmelden.

Wohl durchdacht schlüpft die Gästeführerin in ein Narrenkostüm, das ihr hilft, die strikte Einhaltung der Regeln der mittelalterlichen Ständeordnung zu durchbrechen. Denn nur ein geschickter Hofnarr konnte tun und sagen, was andere nicht einmal zu denken wagten. Anhand von unterhaltsamen Geschichten eine Stadt kennenzulernen und zusätzlich durch die mittelalterliche Gewandung der Gästeführerin das Gefühl zu bekommen, als Pendler zwischen verschiedenen Zeitepochen unterwegs zu sein, das erwartet die Teilnehmer von „Aus mit dem Graus"

So geht es mit lebendiger(n) Geschichte(n) durch die einst so betuchte Stadt Goch. Kurzweilig wird den Zuhörern vermittelt, wie schaurig und barbarisch sich so manches dort zugetragen hat, aber auch, welch wunderbare Lichtblicke dieses Zeitalter und die Entwicklung zur Neuzeit mit sich brachten. Die Themen reichen von Mittelalterlichen Bestrafungsmethoden über „Schwarze und Weiße Magie" bis hin zu tragischen Momenten, hervorgerufen durch diverse Seuchen. Die Gläubigkeit der Menschen reichte so weit, dass sie die Schuld - als Zeichen des „Zornes Gottes" - bei sich suchten und in Tanzwut flüchteten, die bis zur Ekstase führte. Wie sich „gute Manieren" im Laufe der Zeit und unter dem Einfluss von Freiherr von Knigge wandelten oder welche Erfindungen im Mittelalter gemacht wurden, sind ebenfalls faszinierende Kapitel.

Der Spannungsbogen erreicht aber sicher seinen Höhepunkt, wenn das Thema „Geschichte der Empfängnisverhütung" erläutert wird. Ebenso hochbrisant: Die „Blütezeit der Badehäuser", wo Todesangst und Lebenslust eng beieinanderlagen. Wie die Renaissance und Reformation den Übergang vom Mittelalter zur Moderne geprägt haben, zeigt sich letztlich am Schluss des Stadtrundgangs.

(Meldung vom 28.4.22 / ext-tm)