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Kommunen wenden sich an Gesundheitsminister

Bürgermeister Ulrich Knickrehm (Foto: Thomas Momsen)

GOCH In zahlreichen Kommunen des Kreises Kleve leben osteuropäische Arbeitsmigranten, die vielfach in der fleischverarbeitenden Industrie in den Niederlanden arbeiten. Alleine in Goch sind 24 Immobilien bekannt, die als Sammelunterkünfte für die Leiharbeiter dienen. Von dort aus pendeln sie in Kleinbussen täglich über die Grenze. Bürgermeister Ulrich Knickrehm sorgt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen im Kreis Coesfeld, die unter anderem auch auf die Wohn- und Lebensumstände der Arbeitnehmer zurückgeführt werden, um die Situation vor Ort.

In einem Schreiben an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, fordert Emmerichs Bürgermeister Peter Hintze auch im Namen seines Gocher Amtskollegen, die angeordneten Corona-Tests für Schlachthof-Mitarbeiter in NRW auch auf die Arbeitnehmer auszudehnen, die in niederländischen Schlachthöfen arbeiten und in Sammelunterkünften in Deutschland wohnen. „Die Unterbringung der Leiharbeiter in den Sammelunterkünften steigert das Infektionsrisiko erheblich. Auch aus diesem Grund sind sie bedenklich. Uns fehlt bislang die rechtliche Handhabe, gegen diese Unterkünfte generell vorzugehen. Das Kreis-Gesundheitsamt muss daher in die Lage versetzt werden, auch hier Testungen vorzunehmen", fordert Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

„Das was wir als Kommune im Rahmen des rechtlich Möglichen anordnen können, haben wir getan", betont der Bürgermeister. So wurden einer Leiharbeitsfirma Auflagen zur Beförderung der Arbeiter in den Kleinbussen erteilt. Zudem sind den Arbeitern wie auch ihren Vorgesetzten die Regelungen zu Abstand und Hygienevorgaben nachdrücklich dargelegt worden. Verstöße dagegen werden unmittelbar geahndet.

In Goch leben aktuell knapp 2.000 EU-Bürger aus Osteuropa. Viele von ihnen arbeiten für Leiharbeitsfirmen in den Niederlanden. Bei dieser großen Anzahl können Kontrollen der Ordnungsbehörde nur stichprobenartig erfolgen. „Daher brauchen wir ein konsequentes und gemeinschaftliches Vorgehen mit Unterstützung durch Land und Kreis", so Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

(Meldung vom 11.5.20 / ext-tm)