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Land NRW fördert Umbau des Haus zu den fünf Ringen

Ministerin Ina Scharrenbach überreicht den Förderbescheid an Bürgermeister Ulrich Knickrehm (Foto: Torsten Matenaers)

HAUS ZU DEN FÜNF RINGEN Große Freude in Goch: Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen hat bei ihrem Besuch einen wertvollen Umschlag im Gepäck. Sie überreichte Bürgermeister Ulrich Knickrehm den Zuwendungsbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen für die Förderung der geplanten Umbaumaßnahme des Hauses zu den fünf Ringen. Hier soll bekanntlich eine Begegnungsstätte für Gocher, Touristen, heimat- und historisch interessierte Menschen sowie ein Veranstaltungsort entstehen. 1.3 Millionen Euro kostet der Umbau, für den die Stadt Goch und der Heimatverein Goch e.V. das Nutzungskonzept entwickelt haben. 80 Prozent der Gesamtsumme werden vom Land NRW im Rahmen des Programms "Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet." bereitgestellt.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Das Haus zu den fünf Ringen ist in diesem Jahr vor 470 Jahren erbaut worden. Es hat alle Kriege überdauert und ist ein lebendiges Zeugnis der Geschichte Gochs. Mit der Initiative aus Goch wird dieses, mit das schönste Bürgerhaus am Niederrhein, mit neuem Leben gefüllt. So verbinden sich Tradition, Gegenwart und Moderne. Das ist ein echtes Heimat-Zeugnis wert."

„Ohne die finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen wäre der Umbau und damit die Nutzung dieses wunderschönen historischen Gebäudes nicht möglich. Unser aller Dank gilt der Landesregierung und insbesondere Ministerin Ina Scharrenbach für ihre Unterstützung", sagt Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

Vorgesehen ist, das städtische sowie das historische Archiv der Stadt Goch sowie die Touristeninformation und den Heimatverein in dem Gebäude unterzubringen. Ein Architektenentwurf für die Raumgestaltung der drei Etagen des Gebäudes liegt bereits vor. Er wurde im März vorgestellt. Jetzt können die Planungen konkretisiert werden. Vorgesehen ist, mit den Umbauarbeiten Anfang des kommenden Jahres zu beginnen. 2023 soll das Gebäude dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Haus zu den Fünf Ringen | Foto: Heinz Meyen

Das Haus zu den fünf Ringen

Das Haus zu den fünf Ringen wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Es ist das einzige noch erhaltene Haus in Goch aus dieser Zeit. Es diente zunächst als Patrizierhaus, beherbergte dann bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Keller eine Weingroßhandlung. Im Jahr 1850 erwarben die Brüder Peter und Anton Otten das Haus und siedelten ihre Bierbrauerei im hinteren Teil des Gebäudes an. Die Brauerei bekam den Namen „Otten´sche Brauerei zu den fünf Ringen". Die fünf Ringe sind dem Haus bis heute namensgebend erhalten geblieben. 1883 erwarb der Brauer Theodor Janssen das Haus samt Brauerei und baute das Gewerbe aus. Bis in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg wurde in dem Haus an der Steinstraße Bier gebraut. Nach dem Krieg wurden die Geschäfte in dem Haus als Getränkeverlag bzw. Getränkeabholmarkt im rückwärtigen Teil des Gebäudekomplexes bis ins Jahr 2000 weiter betrieben.

Im Zuge der Rathaus-Erweiterung (Einweihung 2006) übernahm die Stadt Goch das denkmalgeschützte Haus zu den fünf Ringen. Bislang wurden die Statik des Gebäudes ertüchtigt sowie die Außenfassade gesichert. Es wird aktuell nur zeitweise als Ausstellungsfläche genutzt. Dank der Landesförderung kann jetzt der Innenausbau für die künftige Nutzung beginnen.

"Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet."

So hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen das Landesförderprogramm zur Förderung und Stärkung unserer vielfältigen Heimat in Nordrhein-Westfalen überschrieben. Die Landesregierung fördert Initiativen und Projekte, die lokale und regionale Identität und Gemeinschaft und damit Heimat stärken. Ziel ist es, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern und die positiv gelebte Vielfalt in NRW deutlich sichtbar werden zu lassen. Mit den fünf Elementen Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Werkstatt, Heimat-Fonds und Heimat-Zeugnis fördert die Landesregierung mit rund 150 Millionen Euro bis 2022 die Gestaltung der Heimat vor Ort, in Städten und Gemeinden und in den Regionen.

Der Umbau des Hauses zu den fünf Ringen ist dem Element „Heimat-Zeugnis" zugeordnet. Hierzu schreibt das Land: Bezugspunkte lokaler Identifikation sind häufig die lokale und regionale Geschichte oder besondere und prägende Bauwerke, Gebäude oder entsprechende Orte in der freien Natur. Das Wissen um lokale, identitätsstiftende Besonderheiten gehört zur Bildung aller Generationen und ermöglicht Erfahrungen an besonderen öffentlichen Orten, die dadurch auch zu „Lern-Orten" werden.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen will diejenigen unterstützen, die sich um solche Orte und Bauwerke, „Zeugen" ihrer Heimat kümmern und die die dazugehörige Geschichte oder Tradition in zeitgemäßer und interessanter Form aufarbeiten bzw. präsentieren.

(Meldung vom 19.8.20 / tm)