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Goch geht gegen Leiharbeiter-Unterkünfte vor

Bürgermeister Ulrich Knickrehm (Foto: Thomas Momsen)

RATHAUS In Goch leben (Stand heute) 522 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Vor Beginn von Corona waren der Stadt Goch lediglich 160 offiziell gemeldete Leiharbeiter bekannt. Wie sich nun durch die nach dem Infektionsschutzgesetz ermöglichten Kontrollen herausstellt, sind es tatsächlich in etwa 3-mal so viele. Ihre Unterbringung ist nicht nur aus hygienischer Sicht oftmals unzureichend. „Wir wollen einen Weg gehen der verhindert, dass viel zu viele Menschen auf zu engem Raum leben müssen", kündigt Bürgermeister Ulrich Knickrehm an. „Unser Plan ist, die Unterbringungen als Herbergsbetriebe einzustufen. Für sie gelten hohe Anforderungen im Bereich Sanitär und Waschgelegenheiten. Die Vermieter müssten ihre Ausstattung diesbezüglich deutlich erweitern. Und ohne sie dürften die Häuser nicht mehr in ihrer jetzigen Form genutzt werden", sagt Knickrehm.

Die Abstimmung mit den Behörden hierzu läuft derzeit. Gochs Bürgermeister ist zuversichtlich, dass auf diesem Weg Leiharbeiter-Sammelunterkünfte schon bald rechtssicher untersagt werden können.

41 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Goch wurden bislang positiv auf das Corona Virus getestet. Akut infiziert sind aktuell 11 Personen, 30 gelten als genesen. Alle akut positiv getesteten Leiharbeiter wurden und werden räumlich von ihren Mitbewohnern getrennt untergebracht und unter Quarantäne gestellt. „Die Objekte sowie ihre Bewohner, in denen eine Infektion aufgetreten ist, stehen ebenfalls für 14 Tage unter Quarantäne. Betroffen sind davon aktuell 8 Unterkünfte", sagt Bürgermeister Ulrich Knickrehm. Insgesamt sind der Stadt Goch knapp 50 Objekte bekannt, in denen Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter untergebracht sind.

Seit Ende Mai laufen die Reihentestungen des Gesundheitsamtes in den Unterkünften. Ein erster Durchlauf ist zwischenzeitlich abgeschlossen, die Ergebnisse liegen vollständig vor. In diesen Tagen findet in ausgewählten Objekten jedoch noch eine zweite Testreihe statt. Sollten hierdurch noch weitere Infektionen bekannt werden, steht dies in der kommenden Woche fest.

(Meldung vom 23.6.20 / tm)