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Gemeinsam für eine starke Politik

v.l.: Dr. Rose Wecker, Anne Bienen-Scholt, Anna Peters, Jutta Seven, Petra van Laar (kniend), Katharina Pleines, Kathrin Krystof, Maria Beaupoil, Ina Kroon, Friederike Küsters (kniend) Jennifer Lorenz (Foto: privat)

RATHAUS Die Gocher Gleichstellungsbeauftragte Friederike Küsters, die Gocher Ratsfrauen Anna Peters, Kathrin Krystof, Dr. Rose Wecker, Maria Beaupoil, Ina Kroon, Katharina Pleines, Jennifer Lorenz, Jutta Seven, die sachkundige Bürgerin Anne Bienen- Scholt, und die aktive Lokalpolitikerin Petra Van de Laar richten sich mit einem Appell zum Weltfrauentag am 8. März 2021 an die Gocher Bürger*innen. Hier der Appell im Wortlaut:

Liebe Frauen, liebe Kolleg*innen, liebe Gocher*innen,

auch in diesem Jahr soll zum Internationalen Frauentag wieder einmal das Bewusstsein für die Gleichstellung der Geschlechter im Privaten und im Öffentlichen geschärft werden. Dabei darf die Bedeutung des diesjährigen Streiktags nicht im Schatten der gegenwärtigen Corona-Pandemie verloren gehen. Denn nicht zuletzt in Krisenzeiten ist der tägliche Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung von Frauen in Gesellschaft und Politik unabdingbar.

Die Pandemie verlangt uns allen viel ab. Zum Schutz der sogenannten Risikogruppen und zur Unterstützung der systemrelevanten Berufe zeigen wir uns sozial und menschlich wie selten. Denn im Kampf gegen das Virus ist ein solidarisches Miteinander unerlässlich. Doch blickt man ins Private, so scheint Solidarität oftmals nur ein Geschlecht zu kennen. In der Coronakrise sind es wieder einmal die Frauen, die enorme unentgeltliche Arbeit wie Care-Arbeit oder Homeschooling leisten. Dass dies nicht selten mit einem Rückzug aus der Öffentlichkeit, die jahrelang von Frauen erkämpft wurde, verbunden ist, erscheint paradox. Nicht zuletzt die Vorreiterinnen der Frauenbewegungen und die Mütter des Grundgesetztes - Friederike Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber, Helene Wessels - erstritten für uns Frauen das Recht, Zugang zu allen öffentlichen Bereichen einzufordern. So auch die Teilhabe am politischen Geschehen.

Am Weltfrauentag schmerzt es deshalb einmal mehr, den Blick auf die Parteikultur zu richten. Denn der Anteil der Frauen in der Politik ist rückläufig. 2020 lag er im Bundestag nur noch bei 31 Prozent, im Landtag bei 27 Prozent und auch auf Kreis- und Kommunalebene stagniert die Anzahl der Frauen seit Jahren. Parität scheint weiterhin ein illusionäres Ziel zu sein.

Nun ist es ein leichtes, die Schuld einzig und allein bei den Frauen zu suchen. Man könnte annehmen, Frauen engagieren sich in den Parteien nun einmal weniger als Männer. Aber ist dies so? Fakt ist, dass sich der aktuell niedrige Frauenanteil auf die traditionellen Strukturen der Parteikultur zurückführen lässt. Die Vereinbarkeitsfrage (Mutterschaft versus Karriere) sowie ein Mangel an weiblichen Vorbildern steht oftmals einer rein männlich geprägten Parteitradition gegenüber.

Zum Internationalen Frauentag soll dieser Missstand einmal mehr deutlich gemacht werden. Frauen darf der Zugang zu politischen Gremien und Organen nicht verwehrt werden. Um dies zu verhindern muss politische Arbeit flexibler, attraktiver und gleichgestellter gestaltet werden. Die Einführung des politischen Elternjahres, Kinderbetreuung während politischer Sitzungen, oder die Möglichkeit der digitalen Teilnahme sind nur einige Punkte, die dazu beitragen, das politische Treiben weiblicher zu gestalten.

Wir, die Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Goch, die Gocher Ratsfrauen, Anna Peters, Kathrin Krystof, Dr. Rose Wecker, Maria Beaupoil, Ina Kroon, Katharina Pleines, Jennifer Lorenz, Jutta Seven, die sachkundige Bürgerin Anne Bienen-Scholt und die aktive Lokalpolitikerin Petra Van de Laar wollen zu einem Wandel in der Kommunalpolitik beitragen. Gemeinsam fordern wir die hiesige Parteikultur auf, Frauen verstärkt zu integrieren und ihnen das Recht auf Mitbestimmung und -gestaltung zu gewähren. Denn ohne Frauen ist Politik nur halbe Politik. GEMEINSAM für starke Politik, gemeinsam für Gleichstellung!

(Meldung vom 4.3.21 / fk-tm)