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Außergewöhnlicher Fund im Haus zu den Fünf Ringen

Landesarchäologe Dr. Erich Claßen, Doris Mott (Untere Denkmalbehörde Stadt Goch), Franz van Beek, Vorsitzender des Heimatvereins, Bürgermeister Ulrich Knickrehm präsentieren den Fund (Foto: Torsten Matenaers)Zwei Goldgulden, eingelegt in einem sogenannten Grapen wurden im Haus zu den Fünf Ringen gefunden (Foto: Torsten Matenaers)

INNENSTADT Bei archäologischen Arbeiten im Haus zu den Fünf Ringen sind zwei Goldmünzen aus dem 15. Jahrhundert entdeckt worden. Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Landesarchäologe Dr. Erich Claßen, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland, der Vorsitzenden des Heimatvereins Goch, Franz van Beek und Doris Mott (Denkmalbehörde bei der Stadt Goch) präsentierten den seltenen Fund im Rahmen einer Pressekonferenz. Bei den Münzen handelt es sich um hervorragend erhaltene Goldgulden aus der Regierungszeit König und Kaiser Sigismund (1387-1437). Sie wurden in einem Gefäß aus Metall aus dem 15. Jahrhundert, einem sogenannten Grapen, in der westlichen Hinterhausecke unterhalb des Fundamentes gefunden. Es handelt sich um ein sogenanntes Bauopfer.

Bei einem Bauopfer handelt es sich um manchmal wertvolle Dinge oder Gegenstände, die während der Errichtung von Bauwerken dargebracht wurden. Es war ein heidnischer Brauch, der zum Beispiel übernatürliche Mächte (Geister, Dämonen) abwehren oder die Bewohner des Hauses vor Krankheit oder Unglücken schützen sollte.

Nach heutigem Kenntnisstand sind die Münzen in Kaschau/Košice (Slowakei) und Budapest (Ungarn) geprägt worden. Unter den bekannten mittelalterlichen Bauopferbefunden ist der Gocher Fund etwas Besonderes, da hier - ganz unübliche der damaligen Norm - wirkliche Vermögenswerte geopfert worden sind. Die Münzen und der Grapen werden nun, soweit erforderlich, im LVR LandesMuseum in Bonn restauriert. Dort erfolgt dann auch eine numismatische Einordnung. Wie nach den Arbeiten des LVR weiter mit dem Fund verfahren wird, soll noch entschieden werden. Die Stadt Goch ist bemüht, in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein, den Fund in Zukunft dauerhaft im Haus zu den Fünf Ringen ausstellen zu können.

Zwei Goldgulden wurden im Haus zu den Fünf Ringen gefunden (Foto: Torsten Matenaers)Zwei Goldgulden wurden im Haus zu den Fünf Ringen gefunden (Foto: Torsten Matenaers)

(Meldung vom 15.04.2021 / kl-tm)